JU Lingen kritisiert die aktuellen Vorschläge der Stadt Lingen
Lingen: Die Junge Union (JU) Lingen reagiert mit Bedenken auf die Pläne der Stadt Lingen zum Neubau der Emslandarena. Laut Meinung der jungen Unionisten stehe nicht mehr der eigentliche Kerngedanke des Projektes, die Emslandhallen zukunftsfest zu machen im Vordergrund.
„Der
Grundgedanke, die Emslandhallen zu sanieren und damit zu einem zukunftsfähigen
Konzept umzugestalten, sind in den Hintergrund getreten“, so der JU-Stadtverbandsvorsitzende
Johannes Thomas. Die bestehenden
Emslandhallen sind in einem nutzbaren Zustand, zwar können Veranstaltungen in
einem relativ großen Rahmen durchgeführt werden, jedoch mangelt es an Deckenhöhe
und technischer Ausstattung. Die Hallen wurden
dem Wandel der Zeit nicht angepasst und sind somit nicht auf die Zukunft
ausgerichtet.
Die
Junge Union bekennt sich eindeutig für den Standort der jetzigen Gebäude an der
Lindenstraße. Begründend dazu fügt Johannes Thomas an, dass zwar rechtliche und
verkehrtechnische Bedenken gegen den Standort sprechen, jedoch wurde nicht über
eine Änderung des Konzeptes, beispielsweise einer Reduzierung der
Tribünenplatzzahlen nachgedacht, sodass die genehmigungsrechtlichen Hürden
geringer werden. Des Weiteren widerspricht sich
die Politik der Stadt Lingen Ems mit der Wahl des Ausweichplatzes gegenüber der
Hedon-Klinik. Vor einigen Jahren wollte die Firma Senger dort ein Autohaus
errichten, dies wurde jedoch aufgrund der emissionsrechtlichen Situation von
der Stadt angelehnt.
„Man
muss die Planung differenzierter betrachten und dabei auch über einen partiellen
Abriss der Emslandhallen nachdenken“, so Philipp Heinrichs stellvertretender
Vorsitzender des JU-Kreisverbandes Lingen. Die Zukunft der Hallen an der Lindenstraße
stehe auf dem Spiel und dürfe so einfach nicht verworfen werden. Über eine
Neupositionierung des Bauvorhabens darf aufgrund des eindeutigen Bekenntnisses
der Stadt zum Standort der Veranstaltungshalle nicht nachgedacht werden.
Außerdem stellt sich dem mündigen Bürger die Frage, warum ein frühzeitiges
Gutachten nicht die nötige Erkenntnis gebracht hätte,
an einem anderen Standort zu bauen! Wieso erst jetzt, hätte man das nicht schon
vorher wissen müssen?
Viele
Kommunen in Deutschland sind auf den risikoreichen Zug der Veranstaltungsbauten
aufgesprungen und gnadenlos gescheitert, so existieren häufig leer stehende
Hallen und kostenintensive Reaktivierungsmaßnahmen. Möglicherweise ist dies in
Lingen abzuwenden, jedoch ist eine Koexistenz zweier großer Veranstaltungszentren
realitätsfern. „Die Nachhaltigkeit und das Risiko müsse bei den
richtungweisenden Entscheidungen berücksichtigt werden“, so Heinrichs weiter „Zwei
unausgelastete Hallen sind inakzeptabel.“
Verkehrstechnische
Probleme sind im Bereich der Lindenstraße durchaus ein zu ernstzunehmender Faktor,
doch bauliche Maßnahmen, wie zum Beispiel die Sanierung der Darmer Hafenstraße
könnten der prekären Verkehrsituation Abhilfe schaffen. Eine Parkpalette auf
dem Gebiet des Alten Hafens wäre auch erdenklich und vielleicht sogar
architektonisch mit den Plänen eines Yachthafens oder Wohngebietes vereinbar.
Außerdem hat sich in der Vergangenheit gezeigt, dass die Emslandhallen ein
wichtiger Faktor zur Belebung der Innenstadt waren und sind, denn viele
Besucher strömen nach einem Besuch der Hallen öfters in die Innenstadt und
fördern somit den regionalen Einzelhandel.
Der
JU-Stadtverband fordert daher ein Umdenken bei der Stadt Lingen und die Rückbesinnung
auf Kerngedanken. Für die jungen Unionisten stelle sich nicht die Frage nach
einer zweiten Veranstaltungshalle. Die Kosten für den Neubau und die
Unterhaltung beider Hallen stehen im keinen Verhältnis zu Sanierungs- und
Erweiterungskosten der Emslandhallen.
[01.04.2009]