JU Lingen kritisiert die neuen Pläne zur Emslandarena
Lingen – Mit Unverständnis reagiert die Junge Union (JU) Stadtverband Lingen auf die neuen Pläne zur Emslandarena, die Heiner Pott und Dr. Ralf Büring am vergangenen Donnerstag in der Lingener Tagespost vorgestellt haben. Lingen würde sich mit zwei Hallen stark übernehmen und die Kosten würden den Haushalt hochgradig belasten, so der Tenor der jungen Christdemokraten.
Schon in der Vergangenheit hat sich der JU-Stadtverband Lingen vehement dafür eingesetzt, dass die Stadt Lingen sich von ihren realitätsfernen Plänen, den Neubau einer Veranstaltungshalle verabschiedet und sich wieder auf den Kerngedanken des Ganzen zurückzieht, den man von Anfang an im Blick hatte und der nach Meinung der Jungunionisten richtig war und ist. Ein Umbau der Emslandhallen ist zwingend notwendig und wird vom JU-Stadtverband als einzigen Weg favorisiert.
Die Argumente liegen klar auf der Hand und sprechen für den jetzigen Standort an der Lindenstraße. Das heutige Gebäude der Emslandhallen befindet sich in einem, dem Alter entsprechend, sehr guten Zustand, es mangelt lediglich an Deckenhöhe und technischer Ausstattung für große Veranstaltungen. In der Vergangenheit hat sich gezeigt, dass die Emslandhallen aus dem Stadtbild nicht mehr wegzudenken sind. Da die Abendveranstaltungen und Events überwiegend am Wochenende stattfinden, werden es sich viele Besucher im Anschluss gegen 22 oder 23 Uhr garantiert nicht nehmen lassen, den Abend in der Lingener Innenstadt ausklingen zu lassen. Der positive Effekt auf den Gastronomiebereich ist dabei nicht wegzureden.
Das Problem mit der verkehrstechnischen Situation könnte dahingehend gelöst werden, indem man zum Beispiel über einen Ausbau der Darmer Hafenstraße nachdenkt. Nicht allein der Festplatz bietet Möglichkeiten um neue Parkpaletten zu erstellen, sondern die ehemalige Panzerrampe, das ehemalige Strauß-Gelände oder der hintere Lagerplatz sind zusätzliche Optionen für neue Parkflächen.
„Wir haben mit den Emslandhallen ein Fundament gesetzt, welches sich hinsichtlich von Veranstaltungen gut entwickelt hat und diese sollte man nicht einfach vernachlässigen. Wir sehen jedoch auch die Notwendigkeit einer Attraktivitätssteigerung durch einen Umbau der Hallen, damit der Standort Lingen konkurrenzfähig bleibt. “ erläuterte JU-Stadtverbandsvorsitzender Johannes Thomas.
Andere Kommunen hatten schon solche Überlegungen. Ein von Experten erstelltes Gutachten hat beispielsweise in Osnabrück ergeben, dass ein Nebeneinander von Stadthalle und einer vielseitig verwendbaren Osna-Arena für nicht möglich gehalten wird. Dabei stellt sich uns die Frage, welche Rahmenbedingungen die Stadt Lingen gegenüber Osnabrück besitzt, sodass ein Nebeneinander von zwei Hallen in Lingen möglich ist? Lingen sollte sich nicht übernehmen und mit zwei Hallen in die Zukunft gehen.
„ Gerade im Hinblick auf die Steuerausfälle wegen der Finanz- und Wirtschaftskrise, die in den nächsten Jahren zu erwarten sind, vor allem möglichweiser bei der Gewerbesteuer, sollte die Stadt Lingen effizient mit den Geldern umgehen“, so JU-Stadtverbandsvorstandsmitglied Simon Göhler. „Die Stadt Lingen darf in diesem Projekt keineswegs die Nachhaltigkeit für kommende Generationen vergessen. Zwei Hallen in Lingen werden sich nicht rentieren und eine immense Belastung für den Haushalt ist vorprogrammiert.“
Insgesamt ist die Junge Union von der Stadt Lingen enttäuscht und hofft nun, dass sich die Politik der oben genannten Argumente anschließt und sich gegen einen Neubau einer Veranstaltungshalle ausspricht. Alle Ratsmitglieder sollten sich bei ihrer Entscheidung bewusst sein, ob ein Neubau und Vorhalten zweier Hallen für Lingen zukünftig tragbar ist. Die nachhaltigen Kosten eines Neubaus stehen nicht im Verhältnis zu einem Umbau der Emslandhallen. Wird die Stadt Lingen mit den Plänen eines Neubaus wirklich zukunftsfester oder erleben wir einen Haushalt mit einer dadurch verursachten Neuverschuldung, die wieder die Jugend von Morgen auf sich nehmen muss? In Zeiten der Krise ist wohl momentan vom Letzteren auszugehen.
[16.05.2009]