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NachtEule braucht neuen Schub

JU Lingen will für Unterstützung werben – Einschnitte im Liniennetz

Lingen (Ems). Auf der kürzlich stattgefundenen Mitgliederversammlung des Kreisverbandes der Jungen Union (JU) Lingen beschäftigten sich die jungen Christdemokraten mit der Entwicklung der „NachtEule“. Es ist dabei deutlich geworden, dass die derzeitige Situation aufgrund eines hohen finanziellen Verlustes nicht zufriedenstellend ist und mögliche Einschnitte im Liniennetz für die Zukunft zu erwarten sind.

 

Schon in der Vergangenheit war der Diskobus „Nachteule“ ein wichtiges Thema mit dem sich die Junge Union im Kreisverband Lingen und darüber hinaus beschäftigt hat. Seit dem Start im Jahre 1997 und dem Beginn von drei Linien hat sich die Nachfrage bis in die letzten Jahre stark erhöht. Um den aktuellen Stand genauer zu erfahren, stellten Klaus-Peter Gober und Hermann Meyering von der Verkehrsgemeinschaft Emsland-Süd (VGE-Süd) die aktuelle Entwicklung des sogenannten Diskobusses den JU‘lern vor. An dieser Veranstaltung nahm auch Günter Schnieders, Fachbereichsleiter für Jugend, Arbeit und Soziales der Stadt Lingen (Ems) teil.

 

Zunächst verdeutlichte Hermann Meyering die Entwicklung der „NachtEule“ an den verkauften Tickets, die die Haupteinnahmequelle darstellen. Im Geschäftsjahr 97/98 fing es mit 12.256 verkauften Tickets an, es entwickelte sich sehr gut mit dem Höhepunkt im Jahr 99/00 und 19.540 Tickets. Dieser Trend ging nun zurück und im vergangenen Jahr sind nur 17.662 Tickets verkauft worden. Insgesamt ist im Haushalt der „NachtEule“ für das vergangene Jahr ein großer Verlust von knapp 25.000€ entstanden. „Wir rechnen damit, dass für die kommenden Jahre mit weiterhin rückläufigen Zahlen zu rechnen ist und gehen davon aus, dass die Verluste steigen werden“, so Hermann Meyering.

 

Die Anzahl der Sponsoren geht deutlich zurück. „Während die Gemeinden im Altkreis Lingen ihre Zuschüssen weiterhin aufrecht erhalten, springen die privaten Geber, wie Diskotheken, die am meisten durch den Betrieb der „NachtEule“ profitieren, vom Sponsoring ab“, erklärt Klaus-Peter Gober weiter. Darüber hinaus sieht Gober eine neue Entwicklung im Verhalten der Jugendlichen. „Uns erreichen neuerdings vermehrt Nachrichten über auftretenden Vandalismus der Jugendlichen in den Bussen. Dazu kommt, dass die Busfahrer mehr Pöbeleien ausgesetzt sind, als in der Vergangenheit. Diese Aspekte sind für den Betrieb der ‚NachtEule‘ nicht gerade förderlich.“

 

Trotz dieses Trends zeigt sich die Stadt Lingen weiterhin bereit, den Diskobus mit insgesamt 25.000€ zu bezuschussen. Dazu Günter Schnieders: „Wir sehen die ‚NachtEule‘ als einen wichtigen Bestandteil im Netz des öffentlichen Nahverkehrs, der die Stadt Lingen mit anderen Städten und Gemeinden zentral verbindet. Vor allem Jugendliche haben großen Nutzen von einer sicheren Fahrt bei Nacht durch die Region.“ Dem schloss sich Hermann Meyering an und betonte, dass es seit dem Start der „NachtEule“ zu keinen sogenannten Disko-Unfällen auf den Straßen mehr gekommen ist.

 

Beide Vertreter der VGE-Süd betonten, dass bei bestehender negativer Entwicklung des Betriebes Einschnitte im kommenden Sommer im derzeitigen Netz von acht Linien zu erwarten sind. Eine Erhöhung der Preise lehnt man ab, da die Jugendlichen anderweitige Transportmittel nutzen würden. Damit es nicht zu einschneidenden Maßnahmen kommt, wollen sich die JU’ler dafür einsetzen, dass die „NachtEule“ weitere Sponsoren erhält. Hierzu erklärt JU-Kreisvorsitzender Philipp Heinrichs: „Vor allem der günstige Preis und die sichere Überfahrt bringen klare Vorteile mit sich. Die „NachtEule“ wird von den Jugendlichen sehr akzeptiert. Deshalb wollen wir für den Diskobus verstärkt um Unterstützung werben, auch bei den Lingener Unternehmen“, so Heinrichs. Erfreut zeigten sich die JU’ler über den Start einer neuen Linie in der Gemeinde Twist, die der dortige Kinder- und Jugendrat mit auf dem Weg gebracht hat, heißt es in der Pressemitteilung abschließend.

 

Foto

 

Auf dem Foto:

Sehen die „NachtEule“ weiterhin als einen wichtigen Teil im öffentlichen Nahverkehr (v. l.): JU-Kreisvorsitzender Philipp Heinrichs, Klaus-Peter Gober und Hermann Meyering von der Verkehrsgemeinschaft Emsland-Süd und Günter Schnieders, Leiter des Fachbereichs Jugend, Arbeit und Soziales bei der Stadt Lingen (Ems)

 


[04.02.2010]
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